Atlético kämpft sich mit Blut, Schweiß und Tränen über Barça ins Halbfinale: Simeones Killer sind zurück

Blut auf dem Rasen, Tränen in Simeones Augen, ein Stadion im Ausnahmezustand: Atlético Madrid hat den FC Barcelona in einer dramatischen Viertelfinal-Nacht trotz einer 1:2-Niederlage aus der Champions League geworfen und sendet eine klare Botschaft an Europa. Vintage-Atlético ist zurück - mit Kampf, Leidenschaft und unbändigem Willen. Nun fehlt nur noch einen Schritt zum Finale.

Atlético feiert Halbfinal-Einzug: "Ein außergewöhnliches Spiel"

Quelle: Perform

Der Schlusspfiff geht im ohrenbetäubenden Lärm des Wanda Metropolitano beinahe unter.
Als Schiedsrichter Clement Turpin die 1:2-Heimniederlagen gegen den FC Barcelona und den damit einhergehenden Halbfinaleinzug Atléticos nach etwas mehr als 98 Minuten Realität werden lässt, rollt von den Rängen ein Donner, der das Stadion beben lässt.
Diego Simeone steht am Spielfeldrand, untypisch ruhig, für einen Moment fast regungslos, als wolle er jeden einzelnen Ton, jede Emotion dieses Abends in sich aufsaugen.
Dann der Blick in die Kurve, die Fäuste leicht geballt, die Augen feucht. Vielleicht mehr als das. Es sind Bilder eines Trainers, der genau weiß, was diese Nacht bedeutet. Für seinen Klub. Für seine Mannschaft. Für sich selbst.
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Diego Simeone im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Barcelona

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Fermín Lopez liefert Symbolbild des Abends

Blut auf dem Rasen, Schweiß in jeder Bewegung, Tränen in den Augen - dieses Viertelfinale verkörperte all das, wofür Atlético Madrid unter Diego Simeone seit mittlerweile 14 Jahren (Amtsantritt: 23. Dezember 2011) - oder 789 Spielen - steht.
Und vielleicht sogar noch mehr: Es war das unmissverständliche Signal, dass dieses alte, gefürchtete Monster der Königsklasse zurück ist.
Schon in der ersten Halbzeit bekam die Partie ihr Symbolbild. Fermín López blieb nach dem Zusammenprall mit Atleti-Keeper Juan Musso blutend liegen. Der Spanier hatte das 3:0 auf dem Kopf, blieb mit seinem Abschluss aber an Mussos Arm und mit seinem Gesicht an Mussos Stollen hängen.
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Schmerzhaft: Fermin Lopez (FC Barcelona) bekommt den Fuß von Atlético-Torwart Juan Musso ins Gesicht

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Fermín wurde anschließend lange behandelt und kehrte mit Turban und Oberlippen-Pflaster auf den Platz zurück.
Später erwischte es auf der anderen Seite auch einen Atlético-Spieler, als Matteo Ruggeri nach einem Luftduell mit einer Platzwunde am Kopf versorgt werden musste.
Man könnte sagen: Blut als sichtbares Zeichen eines Spiels, das vor Intensität nur so strotzte.
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Vom Spiel gezeichnet: Matteo Ruggeri von Atlético Madrid

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Vintage-Atlético: Kämpfen, leiden, verteidigen

Dazwischen: Schweiß. Unmengen davon. Jeder Sprint von Marcos Llorente, jeder Meter, den Antoine Griezmann als Spielmacher und Arbeiter zugleich abriss, jeder Zweikampf von Robin Le Normand, Clement Lenglet oder Koke erzählte dieselbe Geschichte. Atlético spielte nicht nur Fußball - Atlético kämpfte, litt und verteidigte jeden Quadratmeter dieses Rasens, als hinge das eigene Leben daran.
Und dann diese Bilder nach dem Abpfiff. Diego Simeone sog die Atmosphäre seines Metropolitano, das in seiner neuneinhalbjährigen Geschichte noch keinen anderen Atleti-Trainer gesehen hat, in sich auf - mit Tränen in den Augen. Vielleicht waren es Tränen der Erleichterung, vielleicht Tränen des Stolzes. Wahrscheinlich von beidem etwas.
Denn dieser Abend war auch sein Abend. Der Mann, der diesen Klub seit 2011 geprägt hat wie kein Zweiter. Der Mann, den sie in Madrid aufgrund seiner Leidenschaft und Aggressivität "El Cholo" nennen, hat seine Mannschaft erneut in ein Champions-League-Halbfinale geführt - nicht mit Gala-Fußball, sondern mit Kampf, eisernem Willen und Killerinstinkt.
"Es sind nun 14 Jahre vergangen. Zu sehen, wie die Mannschaft immer noch mitspielt, ist einfach großartig. Die Spieler haben sich verändert, wir haben unzählige Male von vorne angefangen, und wir gehören wieder zu den vier besten Mannschaften Europas", sagte Simeone nach dem Spiel - Worte, die diesen Abend wohl kaum treffender beschreiben könnten.
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Atlético Madrid eliminiert den FC Barcelona im Viertelfinale der Champions League

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Denn genau das ist es, was Atlético zwischen 2013 und 2017 in zwei Champions-League-Finals (2014 und 2016) und ein weiteres Halbfinale (2017) brachte und das es auch an diesem Abend wieder ausstrahlte: diese unbändige Wucht, diese fast animalische Widerstandskraft, diese Fähigkeit, auch dann noch stehenzubleiben, wenn andere längst gefallen wären.

Atlético sendet Botschaft an Europa

Barcelona kam zurück, glich das Hinspielergebnis durch Lamine Yamal (4.) und Ferran Torres (24.) aus, drückte, traf vermeintlich zum 3:1, hatte am Ende sogar durch Araújo die Riesenchance auf die Verlängerung.
Doch Atlético brach nicht. Dieses Team absorbierte den Druck, schlug durch Ademola Lookman zurück (31.), verschlang die Zweifel und spuckte am Ende nichts als Entschlossenheit aus. Und jetzt fehlt eben nur noch ein Schritt bis zum Finale.
Arsenal oder Sporting warten im nun Halbfinale - beides starke Gegner, keine Frage. Aber wer Barcelona ausschaltet, wer diesen Druck, diese Intensität und diese Emotionen übersteht, der muss vor niemandem Angst haben.
Simeone blickt bereits voller Überzeugung nach vorne: "Wir werden mit all unserer Begeisterung und unserem ganzen Glauben dorthin reisen. Wir kennen unsere Stärken und Schwächen. Wir sind vorbereitet."
Und mehr noch: "Wir sind seit 14 Jahren hier und immer noch im Rennen. Wir werden alles daransetzen, das zu erreichen, wonach wir so lange gestrebt haben."
Die Botschaft dieses Abends ist klar und hallt deutlich hörbar durch Europa: Simeones Killer sind zurück - und sie haben Blut geleckt.
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Flick nach Aus gegen Atlético Madrid: "Werden uns verbessern"

Quelle: Perform


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